Pressetexte


Die Zielsetzung des Teufelhofs



Die Leitidee

Unsere oberste Zielsetzung im Kultur- und Gasthaus DER TEUFELHOF BASEL ist es, Neugier zu wecken sowie Vermittler zu sein zwischen Persönlichkeiten und ihren Qualitätsprodukten und unseren Gästen. Dies sowohl auf dem Gebiet der Gastronomie, als auch auf dem des Theaters und der Bildenden Kunst. Dabei hoffen wir, dass Theaterbesucher auf die Esskultur und die bildende Kunst aufmerksam werden, dass die Gourmets auf die Theaterarbeit und die Kunstzimmer und Ausstellungen neugierig werden und dass die Bewunderer von Kunstinstallationen die Kochkunst und die Bühnenkunst schätzen lernen. Der Gast soll bei uns Partner sein. Partner auf einer gemeinsamen Entdeckungsreise durch die Gastronomie sowie durch die Theater- und Kunstwelt.


Die Küchenleitidee / Der Küchenschef Michael Baader

Kochkunst beginnt nicht im Kochtopf, sondern in den Köpfen und Herzen der Köchinnen und Köche. Sie ist auch nicht eine Frage der Preisklasse, sondern eine der Berufsethik. Sie beginnt mit dem handwerklichen Können, dem Willen zur eigenen Kreativität und dem Anspruch an die Qualität der zu verwendenden Produkte. Sie bedingt also den Verzicht auf «arbeitssparende» Fertigprodukte und Stangenware.

Michael Baader als Küchenchef und Ernst Zahnd als zweiter Küchenchef prägen zusammen mit ihrer vierzehnköpfigen Brigade das gastronomische Angebot im TEUFELHOF.


Die Zielsetzung im Restaurant Bel Etage

Unser Restaurant Bel Etage soll einem feierlichen Geschäftsessen, einem Fest oder dem persönlichen Sich-Verwöhnen dienen. Das nach Saison wechselnde Angebot umfasst neben den A-la-carte-Gerichten unterschiedlich grosse Menus. Über Mittag wird auch ein Business-Lunch geboten. Zu jedem Gericht wird der passende Wein glasweise oder als Weinset mit dem Menu kombiniert angeboten.

Die Weinkarte umfasst über 450 Weine. Eine umfangreiche Spirituosenkarte steht ebenfalls zur Verfügung. Für die Betreuung des Restaurants Bel Etage und die Weinberatung ist Monica Thommy-Kneschaurek zuständig.

Das Restaurant Bel Etag ist ausser Sonntag und Montag jeweils mittags und abends geöffnet. Am Samstag ist es über Mittag geschlossen. Während Messen und Kongressen ist es täglich geöffnet.


Die Zielsetzung in der Weinstube

In der Weinstube geht es uns darum, dem Alltäglichen Glanz zu verleihen. Mit derselben Sorgfalt wie im Restaurant Bel Etage kocht Michael Baader mit seiner Brigade auch für die Weinstube. Dass man auch mit alltäglichen Grundprodukten Köstlichkeiten zu einem alltäglichen Preis zubereiten kann, soll hier gezeigt werden.

Die täglich wechselnde Karte umfasst zehn Gerichte, drei unterschiedlich grosse Menus sowie einen speziellen «Tagesteller». Die immer wieder wechselnden Weine im Offenausschank sind jeweils einem Themenkreis gewidmet. Sie kann ausschliesslich den Produkten einzelner WinzerInnen oder einem bestimmten Weingebiet gewidmet sein. Neben der Monatsweinkarte steht die Teufelhof-Weinkarte mit über 450 Weinen zur Verfügung. Die Spirituosenkarte ist gleich umfangreich wie diejenige im Restaurant Bel Etage.

Während der Theatersaison kann das Nachtessen mit einem Theaterbesuch verbunden werden. Die Verbindung von Kulinarischem und Kulturellem zum Kombipreis wird rege genutzt. Deshalb beginnen die Abend-Veranstaltungen jeweils erst um 20.30 Uhr.

Der zur Weinstube gehörende geschützte Innenhof erlaubt es, mitten in der Stadt ungestört im Freien zu verweilen.

Die Weinstube dient auch als Frühstücksraum und ist täglich von 7 Uhr bis 14.30 Uhr sowie von 18.30 Uhr bis 24 Uhr geöffnet.


Das Café und die Bar

In ein und demselben Raum ist von 8 – 18 Uhr das Café und von 18 – 24 Uhr die Bar untergebracht. Es ist für uns selbstverständlich, dass Gebäck und Kuchen hausgemacht sind.

In der Bar stehen eine grosse Auswahl von Highlands-, Speydside-, Lowlands- und Islay-Malt-Whiskies zur Verfügung. Eine vielseitige Auswahl an Sherries, Portweinen, Armagnacs und Cognacs sowie einige Weine im Offenausschank und selbstverständlich die klassischen Drinks und Cocktails ergänzen das Bar-Angebot.

Das Café und die Bar bieten auch die Möglichkeit, im Vorgarten zu verweilen.

Die Bar wird von Yves Herzog betreut.


Die Räumlichkeiten

Der TEUFELHOF bietet für gastronomische Anlässe zwei geschlossene Räumlichkeiten, die sich sowohl vom Charakter wie auch vom Angebot her unterscheiden.

Die Weinstube verfügt über 70 Plätze im Hauptraum sowie über 20 Plätze im angrenzenden «Wintergarten». Für geschlossene Anlässe besteht selbstverständlich die Möglichkeit einer entsprechend feierlichen Ausstattung und Dekoration. Im Sommer kann auch der intime Innenhof mit seinen 40 Plätzen genutzt werden.

Das Restaurant Bel Etage kann in vier ineinander übergehenden Räumen 70 Personen beherbergen. Es hat einen intimen «Saloncharakter» und dient der gehobenen Gastronomie. Alle Räume können auch einzeln abgeschlossen für kleinere Gruppen genutzt werden.

Zwischen den Fundamenten der beiden Stadtmauern aus dem 11. und 13. Jahrhundert wurde ein archäologisches Museum eingerichtet. In dieser historischen Umgebung können ebenfalls Aperitifs und geschlossene Anlässe durchgeführt werden.


Das gastronomische Angebot

In allen unseren Lokalen gibt es keine feststehenden Speisekarten und keine Standardgerichte. Es ist unsere Küchenphilosophie, täglich auf das aktuelle Marktangebot einzugehen. So wechseln unsere Karten sowohl in der Weinstube wie auch im Restaurant Bel Etage täglich. Dieses Vorgehen bringt den Vorteil, dass dem Gast garantiert nur die frischesten Produkte serviert werden.

In der Weinstube werden täglich wechselnd zehn Gerichte, drei unterschiedlich grosse Menus sowie einen speziellen «Tagesteller» angeboten. Die Auswahl reicht vom Salatbouquet über die Suppe oder Wähe zu den vegetarischen Gerichten, den Fisch- oder Fleischgängen und selbstverständlich zum Käseteller und den hausgemachten Desserts.


Selbstverständlich ist das ganze Speiseangebot auch im Innenhof der Weinstube erhältlich. Dieser kann bei unsicherer Witterung überdacht werden.

Im Restaurant Bel Etage werden neben den A-la-carte-Gerichten unterschiedlich grosse Menus angeboten. Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit, auf besondere Wünsche von Vegetariern oder Personen mit Diätvorschriften einzugehen. Über Mittag werden ein Tagesteller und ein Business-Lunch serviert.


Die Weinkarte von Monica Thommy-Kneschaurek

Beim Zusammenstellen der Weinkarte ist Monica Thommys Neugier ausschlaggebend. Als Weinliebhaberin ärgert sie sich über Weinkarten ohne Angaben über die Produzenten, über Prestigeweinkarten mit zusammengekauften grossen Namen ebenso wie über Weine im Offenausschank, deren Verkaufspreise in keinem Verhältnis zur Qualität stehen. Was sie aber am meisten vermisst, sind Weinkarten mit noch zu entdeckenden Winzerinnen und Winzern und deren Weinen. So ist es ihr Ziel, eine Weinkarte zusammenzustellen, die ihre Entdeckungsfreude und ihr Suchen nach noch nicht bekannten Qualitätsweinen widerspiegelt. Dabei ist es ihr wichtig, diese WinzerInnen zu besuchen und möglichst viel über ihre Arbeitsweise und ihre Weine zu erfahren.

Damit sie diese Weine in die Schweiz einführen kann, hat sie die «Ecole supérieure de viticulture, d'oenologie et d'arboriculture de Changins» besucht und das Weinhandelspatent erworben. Nun umfasst ihre Weinkarte über 450 Weine.


Die Digestif-Karte

Sehr oft wird in der Gastronomie die «Schnapskarte» vernachlässigt. Auch hier versuchten wir eine Lücke zu schliessen, indem wir sehr bewusst nach unbekannten und wohlbekannten Produzenten Ausschau hielten. So können wir eine Vielzahl verschiedener Grappa anbieten. Selbstverständlich fehlen auch die Malt-Whisky-Klassiker aus den Highlands, Speyside, Lowlands und Islay nicht. Und wer sich einen Schlummertrunk gönnen will, kann sich an einem 40jährigen Port erfreuen.


Das Hausbier

Als kleinste Schweizer Brauerei braut die Brauerei Fischerstube für den TEUFELHOF ein unfiltriertes, urtrübes "Ueli"-Spezialbier für den Offenausschank.


Die Möglichkeiten für Sitzungen und Tagungen

Der TEUFELHOF ist kein ausgesprochenes Tagungshotel. Trotzdem bietet er einige Möglichkeiten für Geschäftssitzungen und Tagungen.

Das Sitzungszimmer Shine ist für Besprechungen in kleinerem Rahmen für bis zwölf Personen geeignet.

Der Sitzungsraum Kubus mit seiner flexiblen Einrichtung kann als Sitzungssaal für bis zu 50 Personen genutzt werden.


Für Vorträge und grössere Anlässe bietet sich das Theater an. Als klassisch eingerichtete Bühne mit konventioneller Reihenbestuhlung aus dem alten Opernhaus Zürich lassen sich hier auch Firmenfeste mit Eigenproduktionen oder Warenpräsentationen durchführen. Das Theater bietet 100 Personen Platz.

Unser Feinschmecker-Restaurant Bel Etage verfügt über vier Räume, die abgetrennt auch einzeln genutzt werden können. Diese bieten ideale Möglichkeiten für geschlossene Gesellschaften in intimem Rahmen. Dies unterschiedlich grossen Räume bieten zwischen zwölf und 22 Personen Platz.

Selbstverständlich sind auch Kombinationen von Sitzungen, Theaterbesuchen und / oder Firmen-Essen möglich. Auch eine Übernachtung in einem unserer als bewohnbare Kunstwerke gestalteten Zimmer im Kunsthotel oder im Galeriehotel mit seinen wechselnden Ausstellungen bietet eine unverwechselbare Note.

Dank unserer Feinschmeckerküche und dem aussergewöhnlichen Umfeld wird eine Sitzung, ein Seminar oder eine Tagung im TEUFELHOF für alle Teilnehmenden zu einem aussergewöhnlichen Anlass.

Eine ganz besondere Atmosphäre bietet auch der archäologische Keller, der zwischen den historischen Stadtmauern aus dem 11. und 13. Jahrhundert eingerichtet wurde.


Der Wein- und Spezialitätenladen falstaff

Im archäologischen Keller des Galeriehotels am Leonhardsgraben 49 befindet sich in den historischen Stadtmauern aus dem 11. und 13. Jahrhundert unser Weinladen falstaff. Er ist aus dem vielfach geäusserten Wunsch unserer Gäste heraus entstanden, unsere Entdeckungen auch für den Privatkeller kaufen zu können. Neben diesen von Winzerpersönlichkeiten geprägten Weinen möchten wir aber auch noch weitere «Produkte» vermitteln. Wichtig ist uns dabei, dass hinter jedem Olivenöl oder jedem Aceto Balsamico ein Mensch steht, dessen Arbeitsweise wir kennen und schätzen gelernt haben. Selbstverständlich bieten wir auch eine Auswahl von hausgemachten Teufelhofspezialitäten an. Somit reicht unser Angebot von den hausgemachten Nudeln für das rasch zubereitete «Junggesellen-Essen» über das kulinarische Souvenir aus dem TEUFELHOF bis zur Bestückung des privaten Weinkellers.


Unser Weg zum Kunsthotel Teufelhof

Vor Jahren begeisterten uns an der documenta in Kassel die Arbeiten der Hamburger Künstlerin Anna Oppermann. Ihre raumgreifenden, über Wände und Boden wuchernden Bild-, Material- und Zitatensammlungen fanden wir so faszinierend, dass wir eine Arbeit von ihr bei uns zu Hause haben wollten. Dabei stellte sich heraus, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt gerade erst drei Installationen bei Privatpersonen realisieren konnte. Und dies, obwohl sie praktisch bei allen grossen Kunstmanifestationen wie den Biennalen von Paris, Venedig und Sydney sowie zweimal an der documenta vertreten war. Diese Tatsache machte uns deutlich, dass hier ein Vermittlungsproblem zwischen Raumkunst und potentiellen Käufern vorhanden sein musste.

Es zeigte sich, dass, sobald eine Künstlerin oder ein Künstler die Grenzen des Bilderrahmens sprengt und raumbezogene Werke schafft, das Vorstellungsvermögen der KäuferInnen überfordert ist. Sie können sich eine solche Installation in ihren Privaträumen nicht vorstellen. Bilder oder Plastiken kann man nach Belieben umhängen oder anderswo aufstellen. Man kann sie in Lager verstauen und wieder hervorholen. Ganz anders verhält es sich mit Environments. Diese raumfüllenden, eigentlichen Erfahrungswelten stellen ganz eigene Anforderungen. Anforderungen nicht nur an die BetrachterInnen und an den Raum, sondern auch an den Kunstbegriff und den «Kunstwert». Wir meinen hier Kunstwert im rein monetären Sinne des Wortes. Wer Kunst als Wertanlage betrachtet, wird kaum darauf versessen sein, ein Kunstwerk installieren zu lassen, das er nicht mehr entfernen und veräussern kann. Wer aber ein Kunstwerk in seiner Umgebung als persönliche Bereicherung – und diesmal im geistigen Sinne – betrachtet, wird bereit sein, einem Werk während einer Zeit im wahrsten Sinne des Wortes Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Dies setzt aber auch voraus, dass er Kunst nicht mit Ewigkeitswerten gleichsetzt, sondern als zeitlich begrenzte, auf ihre Räumlichkeit bezogene und mit Personen verbundene Manifestation betrachtet. Wenn man also von einer solchen Aufgabenstellung der Kunst ausgeht, stellt man fest, dass für die Vermittlung von Environments die nötigen Formen fehlen.

Museen und Ausstellungen stellen immer nur Ausnahmezustände dar. Sie haben mit dem unmittelbaren Wohnraum oder besser Lebensraum des Betrachters wenig gemeinsam. Dazu kommt, dass der Besucher in herkömmlichen Ausstellungen nur zeitlich beschränkt verweilen kann und seine individuelle Auseinandersetzung durch andere Besucher permanent gestört wird. Will man also all diese negativen Aspekte ausschliessen, bleibt nur eines übrig: Man muss «Ausstellungsbedingungen» schaffen, welche die Möglichkeit bieten, ein solches Kunstwerk bewohnbar und individuell erfahrbar zu machen. Die Lösung, die wir dafür anbieten, ist das Kunsthotel Teufelhof.


Das Kunsthotel

Es gibt Kunstformen, die nur erlebt werden können, wenn man in ihnen lebt, wenn man mit ihnen seinen Lebensraum teilt. Dies trifft für die Vermittlung von Environment-Kunst in besonders hohem Masse zu. Das Kunsthotel Teufelhof verfügt über acht Zimmer, die in den ersten neun Jahren in drei Serien jeweils von einer Künstlerin oder einem Künstler als Environment gestaltet wurde. Dabei war es ihnen freigestellt, direkt auf die Wände zu malen oder mit Materialien in den Raum zu arbeiten. Als Vorgabe wurden die Räume so eingerichtet, dass sie rechteckig und weiss gestrichen zur Verfügung stehen. Die Bäder und die Infrastruktur eines Hotelzimmers befinden sich jeweils in Nebenräumen. Die dazu führenden Türen sowie die eingebauten Wandschränke durften selbstverständlich ebenfalls übermalt werden. Die einzige Bedingung an die KünstlerInnen war, dass die Räume anschliessend von den Gästen bewohnt werden können. Der letzte Wechsel fand während den Monaten Juli/August 2006 statt.

Unsere bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass gerade viel reisende Geschäftsleute es ausserordentlich schätzen, in einer individuell gestalteten Umgebung wohnen zu können. Nicht nur die als bewohnbare Kunstwerke gestalteten Zimmer im Kunsthotel, sondern auch jene im Galeriehotel sowie die ganze Atmosphäre im Teufelhof vermitteln das Gefühl, nicht in einem anonymen Hotel, sondern bei «Freunden» untergebracht zu sein.

(Die Beschreibung der einzelnen Arbeiten sowie Fotos finde Sie auf der Hauptseite unter der Rubrik "KUNSTHOTEL")


Die Arbeiten im Kunsthotel

ZIMMER 1 – ALBERT MERZ, Berlin
Ironisch zweideutig präsentiert sich Merz’ Arbeit. Über eine Zimmerecke erstreckt sich die Reproduktion einer aufgeschlagenen, mittelalterlichen Bibel. Diese ist mit lasierenden Farbflächen sowie einem Labyrinth aus Linien überzogen, welche sich auf die Wände ausweiten. Darüber ist eine Abfolge erotischer Miniaturen installiert. Auf Nachfrage meint Albert Merz, dass in jedem normalen Hotelzimmer eine Bibel aufliege. Dies stehe für ihn in einem ironischen Widerspruch zu dem, was ein Hotelzimmer sonst noch ausmache – nämlich ein Freiraum für aussergewöhnliche Begegnungen und Beziehungen.

ZIMMER 2 – GERDA STEINER / JÖRG LENZLINGER, Uster
Die Wände sind mit einem Tapetenmuster bekleidet, welches aus dem Werk «Fallender Garten» an der 50. Biennale in Venedig entstanden ist. In einer Ecke ist ein kleiner Zimmerbrunnen mit einer Ballerina mit Schwan installiert. Bei der Verdunstung der Brunnenflüssigkeit bilden sich farbige Kristalle, die im Laufe der Zeit den Brunnen, den Tisch und den Boden überwuchern. Steiner/Lenzlinger züchten künstliche Pflanzen und kristalline Gewächse, füllen Wände mit beschwingten Wandbildern und begegnen ihren Mitmenschen mit einem entwaffnenden Charme, der sich auch im Teufelhofzimmer widerspiegelt.

ZIMMER 3 – JÜRG HÄUSLER, Basel
Ein hinterleuchtetes, teilweise transparentes Element aus bemalten und beschrifteten Holzteilen steht vor der abgerundeten Zimmerecke. Davor befindet sich eine weisse Eisenplastik mit dem Titel «Eva». Einen zweiten Akzent setzt eine mit Kreide beschriebene, von Kupferblech umrahmte Wandtafel. Verbunden werden diese plastischen Elemente durch unterschiedlich farbige Zeichnungen, welche mittels Schablonen direkt auf die Wand angebracht wurden. Diese Verbindung von materiellen und zeichnerischen Elementen ergibt eine raumbezogene Arbeit, die vom Reiz des Spannungsfeldes zwischen den gegensätzlichen Materialien lebt.

ZIMMER 4 – KARIN VIDENSKY, Basel
Bei Videnskys poetischer Arbeit nimmt man tagsüber lediglich ein luftiges Geflecht aus fein gesponnenen Fäden wahr. Daran befestigt sind transparente Elemente aus geschliffenem und geritztem Plexiglas, deren unterschiedliche Formen man kaum entschlüsseln kann. Erst bei Dunkelheit und auf Knopfdruck beginnt ein phantastisches Licht- und Schattenspiel. Je nach Standort der Lichtquellen ziehen Nachtfalter oder Fische durch ein Labyrinth von Ästen respektive Wurzeln, Algen oder Korallen. Man entdeckt Muscheln, Schnecken, Blüten und Blätter in filigran ziselierter Plastizität. Hier lässt sich mit offenen Augen träumen.

ZIMMER 5 – PAUL LOUIS MEIER, Luzern
Als erstes steht man einer zweiteiligen, teilweise verspiegelten Installation gegenüber. Darauf sind zwei lebensgrosse, sich spiegelbildlich gegenüberstehende Figuren angebracht. Dank dem verspiegelten Teil wird das Spiegelbild des Betrachters als Bestandteil direkt in die Arbeit einbezogen. Den zweiten Teil des Werks bildet eine kleine Bronzefigur, die gegenüber der grossen Spiegelarbeit an die Wand montiert ist und ebenfalls mit einem Spiegel versehen ist. Damit verleitet Paul Louis Meier zur Reflexion über Mensch und Raum – nicht nur über den Menschen in diesem Hotelzimmer, sondern in seinem ganzen Lebensraum.

ZIMMER 6 – ANNA RUDOLF, Amsterdam
Auf den ersten Blick wirkt dieses Zimmer künstlerisch äusserst karg gestaltet. Man erahnt die Eingriffe eher, als dass man sie intellektuell erfasst. Dank dieser Reduktion erschliesst sich eine faszinierende Situation, denn Anna Rudolf spricht primär das Gefühl an. Erst mit der Zeit entdeckt man Folienstreifen, die in unterschiedlichen Bögen und Breiten aus der Wand ragen und mit poetischen Textfragmenten versehen sind. Auch dass eine Wand in einem zarten Blau gestrichen ist, spürt man eher, als dass man es optisch wahrnimmt. Das Ansprechen der emotionalen Ebene macht die Stärke von Anna Rudolfs Arbeit aus.

ZIMMER 7 – CORINA BEZZOLA, Basel
Dieses Zimmer wird durch ihre hölzerne Dachkonstruktion geprägt. Corina Bezzola hat deren vorgegebene Winkel übernommen und mittels Klebebändern und Filzbahnen auf den Wänden weitergeführt, indem sie einzelne Balken teilweise mit Filzbahnen umwickelte und diese auf die Flächen der Wände weiter zog. Ergänzt werden diese Filzflächen durch Klebebänder, die dank der parallelen Anordnung ebenfalls Flächen bilden oder als selbstständige Linien neue Bezüge zur Dachkonstruktion ergeben. Zusätzlich hat sie im Treppenhaus sowie im Eingangsbereich zum Zimmer 7 Eingriffe vorgenommen, die auf ihre Arbeit im Kunstzimmer einstimmen.

ZIMMER 8 – DUMENG SECCHI, Sils Maria
Das Zimmer wird von einer roten Plastikbahn durchzogen. Und zwar so, dass sie parallel zu den Wänden und Dachschrägen verläuft und danach quer durch das Zimmer den Raum via Fenster «verlässt». Mit diesem scheinbar einfachen Eingriff hat Dumeng Secchi eine technisch knifflige Arbeit realisiert. Denn jede Richtungsänderung dieser Bahn bedingt eine präzise «Weichenstellung» durch Metallstäbe, die von an den Wänden fixierten Schnüren gehalten werden. Während der Nacht sorgt auf Wunsch eine Lichtquelle hinter der Plastikbahn dafür, dass der Raum in ein intimes Rot getaucht wird.

ZIMMER 9 – LEA ACHERMANN, Luzern
Diese Suite hat zwei Etagen. In die Dachschräge der oberen hat Lea Achermann eine zweiteilige Arbeit in Form von zwei anthropomorphen Blumen gemalt, die jeweils nur von einem bestimmten Standort aus zu sehen sind. Betritt man den Raum, erkennt man eine Lilie, die sich über die ganze Tiefe des Raumes mit all seinen verwinkelten Wänden und Deckenflächen erstreckt. Liegt man im Bett, erkennt man eine weitere Blume. Steht man jedoch irgendwo im Raum, sieht man lediglich ein Geflecht farbiger Linien, die kein konkretes Bild ergeben, aber durch ihren malerischen Duktus faszinieren.

Die erste Gestaltung der Kunstzimmer erfolgte im Mai 1989
Folgende KünstlerInnen haben einen Raum gestaltet

Anna Oppermann, Hamburg / D
Joos Hutter, Basel / CH
Flavio Paolucci, Biasca / CH
Ueli Berger, Bern / CH
Hubertus Gojowczyk, Krefeld / D
Petr Hrbek, Stuttgart / D
Noël Cuin, Bordeaux / F
Francis Limérat, Paris / F

Die zweite Gestaltung der Kunstzimmer erfolgte in den Monaten Juli/August 1991
Folgende KünstlerInnen haben einen Raum gestaltet

Marie Bourget, Paris / F
Werner Buser, Basel / CH
Hubertus von der Goltz, Berlin / BRD
Hubertus Gojowczyk, Krefeld / BRD (blieb bestehen)
Guido Nussbaum, Basel / CH
Klaus Schmidt, Berlin / BRD
René Straub, Gruppe ABR, Stuttgart / BRD
Felice Varini, Paris / CH

Die dritte Gestaltung der Kunstzimmer erfolgte in den Monaten Juli/August 1994
Folgende KünstlerInnen haben einen Raum gestaltet

Peter Vogel, Freiburg i.Br. / BRD
Peter Rösel, Frankfurt a.M. / BRD
Brigitte Kordina, Wien / A
Ruth Handschin, Zürich / CH
Simone Mangos, Sydney / Berlin / AUS
Sue Irion, Basel / CH
Liliane Csuka, Paris / CH
Teres Wydler, Zürich / CH

Die vierte Gestaltung der Kunstzimmer erfolgte in den Monaten Juli/August 1998
Die acht Zimmer wurden von Dominique Thommy-Kneschaurek zum Thema «Zeit» gestaltet.

Die fünfte Gestaltung der Kunstzimmer erfolgte in den Monaten Juli/August 2002
Die acht Zimmer wurden von Dominique Thommy-Kneschaurek zum Thema «TRäume» gestaltet.


Das Galeriehotel im Teufelhof


Die Ausgangssituation

Als die Nachbarliegenschaft des Teufelhofs durch den Auszug der Staatsanwaltschaft frei wurde, ergriffen wir die Gelegenheit und bewarben uns bei der Stadt um das Gebäude. Bei der geplanten Erweiterung wollten wir jedoch nicht einfach die Idee des Kunsthotels weiterführen, sondern dem TEUFELHOF eine weitere Facette hinzufügen. Dabei entstand das Konzept für das Galeriehotel. Die Basler Regierung und der Grosse Rat stimmten unserem Vorhaben zu und überliessen uns die Liegenschaft für 99 Jahre im Baurecht. Nach nur neunmonatiger Umbauzeit wurde im Herbst 1996 das Galeriehotel eröffnet.


Die Idee des Galeriehotel

Wie der Name "Galeriehotel" andeutet, haben wir im Erweiterungsbau ein neues Konzept verwirklicht. Im Galeriehotel ist nicht mehr jedes Zimmer von einer anderen Künstlerin oder einem anderen Künstler als bewohnbares Kunstwerk gestaltet. Vielmehr dient der ganze Gebäudekomplex mit all seinen Räumen und Korridoren jeweils einer Künstlerpersönlichkeit als Ausstellungsraum. Dank der Ausstellungsfläche über drei Etagen ist es so möglich, umfassende Werkschauen oder spannende Gegenüberstellungen zu präsentieren.

Nachdem die Künstler Hubertus Gojowczyk, Liciano Castelli, Joos Hutter und Flavio Paolucci während je einem Jahr das ganze Galeriehotel als Ausstellungsort nutzten, stand bei der nächsten Runde jedes der drei Stockwerke einer anderen Künstlerin – respektive einem Künstlerpaar zur Verfügung. Im ersten Stock zeigte Kira Weber ihre überdimensionalen Blumen-, Früchte- und Gemüsebilder, im zweiten Stock präsentierten Simone Berger und ihr Lebens- und Künstlerpartner Carlos Varela ihre Serigraphien zum Thema Menschen in der Grossstadt, und im dritten Stock stellte Rosa Lachenmeier ihre übermalten Fotoarbeiten aus. Danach folgte wieder eine Einzelausstellung mit Arbeiten des leider verstorbenen Basler Künstlers Werner Buser. Darauf folgten erneut drei Einzel-Ausstellungen, welche das Archaische, Verwurzelte sowie die Auseinandersetzun mit den Themen Natur und Umwelt verband. Gezeigt wurden Arbeiten von Albert Merz, Stephanie Grob sowie Christine Colin. Zum Thema «Schichtungen» zeigten darauf Peter Gospodinov, Veronika Raich und Sylvie Aubri ihre Arbeiten. Die letzte Ausstellung stand unter dem Titel «Kinder und Kreativität» und zeigte, wie universell – alle kulturellen Grenzen überschreitend – dieselben Gestaltungsformen sind. Die gleichen Bildelemente finden sich bei den so genannten «Urvölker» ebenso, wie in den Kinderzeichnungen unserer hoch technisierten Gesellschaft. Man könnte meinen, derselbe archetypische Erfahrungsschatz bilde die Wurzeln für alle bildnerische Kreativität.

DIE AKTUELLE AUSSTELLUNG
Die aktuelle Ausstellung zeigt unter dem Titel «Gottes Werk und Teufels Beitrag» einen Ausstellungszyklus mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern mit einer psychischen oder geistigen Behinderung. Sie zeigt die schöpferische Kraft, welche in den Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Behinderung steckt. Ermöglicht wurde diese Ausstellung durch die Zusammenarbeit mit der «Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel» und der Kreativwerkstatt der Institution «WohnWerk».

Die Mitwirkenden
Die künstlerisch orientierte Kreativwerkstatt des Bürgerspital Basel gibt es seit 1993. Hier arbeiten Menschen mit einer Behinderung auf Grund ihrer künstlerischen Neigungen und Fähigkeiten. Die Ausstrahlung der Werkstatt geht mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus. Werke wurden in Hamburg, Münster, Berlin und Dänemark ausgestellt. Die Neue Zürcher Zeitung widmete der Werkstatt ein dreiseitiges Porträt. Simone Kurz und Markus Häberlin initieren als «fehlerpfleger» seit über 10 Jahren Kunstprojekte mit Künstlern der «Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel». In ihrem 2004 erschienene Buch „Grenzlichter“ ist zu lesen: «Wir arbeiten nicht therapeutisch, auch wenn es ‚gut tut’ zu malen. Wir arbeiten nicht pädagogisch, die Vermittlung von korrektem Malen und Zeichnen interessiert uns nicht. Was uns fasziniert, sind die Menschen und der einzigartige, ja vielleicht eigenartige Stil des Einzelnen.»
Vergleichbare Ziele verfolgen Thomas Haag und Lara Molinari, welche die Kreativwerkstatt der Institution «WohnWerk» leiten. In dieser Abteilung werden Menschen betreut, denen es nicht möglich ist, genau nach Vorgaben und in definierten Zeitabschnitten konzentriert zu arbeiten. Aus diesem Grund bietet das WohnWerk, neben der Produktion, eine Tagesstruktur an, die es erlaubt, verborgene Fähigkeiten entdecken zu lassen. Das Ergebnis dieses Arbeitens spiegelt sich in Bildern, Objekten und Produkten wieder, die unter dem Label «noT pErfeKt» entstehen und nun auch im Galeriehotel des Teufelhofs zu sehen sind.

Die Ausstellung «Gottes Werk und Teufels Beitrag» basiert auf zwei Ebenen. Zum einen sind in sämtlichen Zimmer des Galeriehotels sowie in den dazu gehörenden Gängen und Treppenhäusern Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus der «Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel» und der Kreativwerkstatt der Institution «WohnWerk» ausgestellt. Das heisst, hier wird bis im Juni 2008 ein breites Spektrum unterschiedlicher Arbeiten gezeigt. Die monatlich wechselnden Ausstellungen in der Weinstube sind jeweils einer einzelnen Person oder Gruppe gewidmet, so dass ausführlicher auf deren individuelle Arbeiten eingegangen werden kann.


Die Einrichtung des Galeriehotels durch Designer-Altmeister

Bei der Einrichtung des Galeriehotels hatten wir das Ziel, alles zu vermeiden, was an ein stereotypes Hotelzimmer erinnert. Das Galeriehotel ist aus vier Häusern zusammengewachsen. Der ältere Teil ist nun mit Möbeln des Schweizer Design-Altmeisters Kurt Thut eingerichtet, welcher für uns ein besonderes Möbelprogramm entworfen hat. Der historisch jüngere Teil ist mit Möbeln der beiden italienischen Design-Altmeister Vico Magistretti und Achille Castiglioni eingerichtet. Mit dieser Klassiker-Wahl wollten wir vermeiden, dass unser Galeriehotel zum «modischen» Design-Hotel wird.


Die Ausstellungen

Die Ausstellung in der Weinstube nimmt Bezug auf die Ausstellung «Gottes Werk und Teufels Beitrag» im Galeriehotel und zeigt in monatlich wechselnden Ausstellungen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern mit einer psychischen oder geistigen Behinderung.


Das Theater im Teufelhof

Kabarett-Vorstellungen und satirische Programme im weiteren Sinne bilden den eigentlichen roten Faden in der Spielplanstruktur. Die Förderung regionaler EinzelkünstlerInnen und Gruppen – von der Begleitung beim im hauseigenen Theater stattfindenden Proben bis zur Uraufführung im Teufelhof – nimmt in der Spielplangestaltung ebenfalls einen wichtigen Platz ein. Darüber hinaus sorgen Schwerpunktprogramme, einmalige und aktuelle Veranstaltungen sowie theatralische und musikalische Aufführungen für eine vielseitige, wirklich unterhaltende Programm-Mischung. Vorzugsweise sind die Veranstaltungen Programme von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Stücke selber schreiben.


Der Verein Theater im Teuflhof

Nach 28jähriger Quersubvention durch den Hotel- und Restaurantbetrieb des Teufelhofs musste das Theater im Teufelhof erstmals für die Saison 2003/2004 nach zusätzlichen Geldgebern Umschau halten. Zum Glück gelang es dem drei Jahre zuvor gegründeten VEREIN THEATER IM TEUFELHOF für die nachfolgenden Spielzeiten Mitunterstützer zu finden, um den jeweils benötigten Betrag von 200 000 Franken pro Saison mitzutragen.

Unterstützt wird die Saison 2007-2008 mit 80'000 Franken durch die Kulturvertragspauschale der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie der Gemeinden Binningen und Oberwil mit jeweils 1'000 Franken.

ZUWENDUNGEN für das Theater im Teufelhof sind jederzeit herzlich willkommen. Unser Theater ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Zuwendungen über 100 Franken können an den Steuern abgezogen werden.

 Das Konto lautet:

UBS AG
CH-3000 Bern 77
Konto : 30-35-9

Zugunsten von:
Konto-Nr. 233-581895.01Y
Verein Theater im Teufelhof
c/o Der Teufelhof Basel AG
Leonhardsgraben 47-49
4051 Basel


Der archäologische Keller

Im Vorfeld der Bauarbeiten für den Teufelhof wurden durch die archäologische Bodenforschung im Gebäude des Kunsthotels nicht nur die Fundamente der ältesten Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert, sondern auch die eines Wehrturms und die einer im 13. Jahrhundert erstellten zweiten Stadtmauer entdeckt. Zudem entpuppte sich die Brandmauer zum Nachbargebäude als historische Wehrturmmauer aus dem 12. Jahrhundert, die in voller Höhe bis unter das Dach erhalten geblieben ist. Angesichts dieser aussergewöhnlichen Funde kam rasch der Gedanke auf, diese Funde zu erhalten und an historischer Stelle eine permanente Ausstellung über die Stadtbefestigung und ihre Geschichte einzurichten.

Wie erhofft, stiess man bei der Realisierung des Galeriehotels im Nachbargebäude auf die Weiterführung der beiden Stadtmauern. Diese wurden ebenfalls freigelegt und sind nun mittels eines Durchbruchs durch die Wehrturmmauer mit den Funden im Kunsthotel verbunden.

Im Archäologischen Keller ist neben der Ausstellung über die Stadtbefestigung auch eine Diaschau installiert, die die Geschichte der beiden Häuser vermittelt.

In dem unter dem Galeriehotel gelegenen Teil ist auch unser Weinladen zwischen den beiden Stadtmauern untergebracht.

Der Archäologische Keller ist täglich von 7 Uhr bis 24 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.


Die vorgängigen Tätigkeiten von Monica und Dominique Thommy-Kneschaurek

Vielleicht ist es dem Teufelhof anzumerken, dass seine Initianten nicht unmittelbar aus dem Gastgewerbe stammen. Zwar ist Monica Thommy-Kneschaurek in einem Hotelbetrieb im Tessin aufgewachsen. Nach ihrem Studium als literarische übersetzerin in Genf hat sie den Weg zum Theater gefunden.

Dominique Thommys Weg führte via Dekorateur zu ersten Versuchen als Bühnenbildner sowie von einer parallel dazu verlaufenden klassischen Tanzausbildung zur Westfälischen Schauspielschule nach Bochum und weiter an die Ecole de théâtre von Jacques Lecoq in Paris. Anschliessend war er Mitglied der Truppe von Jean-Louis Barrault / Madeleine Renault am Théâtre de France in Paris. Erste Versuche mit einer eigenen Theatergruppe führten zu prinzipiellen Überlegungen, wie und wo Theater in das Leben einer Stadt eingreifen soll.


Das schiefe Theater

Aus der Überlegung, dass Theater nicht als Kulturinsel, sondern als ein aktiv in das Stadtleben eingreifendes Element zu begreifen sei, baute Dominique Thommy zusammen mit seinem Partner Albert leVice 1967 das erste fahrbare Kleintheater: «Das schiefe Theater», eine Spezialkonstruktion auf Rädern, die auseinandergeklappt einen geschlossenen, schallisolierten Theatersaal für 120 Zuschauer mit einer komplett eingerichteten Bühne ergab. «Das schiefe Theater» konnte dort in Erscheinung treten, wo zu jenenr Zeit Theater nicht erwartet wurde: inmitten des Alltagslebens der Innenstädte.

Die Idee des schiefen Theaters zu verwirklichen bedeutete aber auch, den Theaterwagen eigenhändig zu entwerfen und handwerklich zu realisieren, also vom ersten Planstrich bis zum letzten eingeschlagenen Nagel selber Hand anzulegen. Es beinhaltete aber auch, ein Programm zu schreiben, die entsprechenden Requisiten und Masken anzufertigen und das Programm allabendlich zu spielen. Es beinhaltete dazu noch, den technischen Teil selber zu betreuen, Verhandlungen mit den Stadtverwaltungen zu führen, das Theater eigenhändig auf- und abzubauen, den 17-Tonnen schweren Lastzug selber zu fahren, die Plakate zu entwerfen und aufzuhängen usw. usf.

In diese intensive Zeit fällt das Zusammenfinden von Monica und Dominique Thommy-Kneschaurek. Im Oktober 1968 hatte «Das schiefe Theater» in Basel Première. In den folgenden sieben Jahren zogen wir zusammen mit unsrem Partnerehepaar leVice quer durch Europa und zeigten in mehr als 1'100 Vorstellungen unser Programm vor über 90'000 Zuschauern.


Das Theater/Café zum Teufel

Nach der intensiven Reisezeit mit dem «schiefen Theater» wollten wir sesshaft werden. Es stellte sich für uns die Frage, wie man an einem festen Ort ein Theater betreiben kann, bei dessen Programmgestaltung man weder auf Subventionen noch auf vordergründige Publikumserfolge schielen muss. Es sollte ein Theater sein, welches das Risiko nicht den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern überlässt. So suchten wir nach einer grundlegend neuen Veranstalterethik. Die Lösung fanden wir in der Idee einer Selbstsubventionierung des Theaterbetriebs durch einen parallel laufenden Café- und Restaurantbetrieb. Für den alltäglichen Ablauf bedeutete dies, dass wir tagsüber im gastronomischen Teil arbeiteten, um abends als freie Veranstalter unsere kulturellen Ziele realisieren zu können. Dabei ermöglichte es der wirtschaftliche Erfolg des Gastronomiebetriebs, eine Programmgestaltung ausschliesslich nach künstlerischen Gesichtspunkten zu verwirklichen. Das heisst, es war möglich, in Basel noch nicht bekannte Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren und Programme zu konzipieren, die sehr oft einen nur kleinen Publikumsbesuch erwarten liessen. Der wichtigste Punkt aber war, dass es dem Theater/Café zum Teufel durch diese Selbstsubvention als wohl einzigem freien Theater möglich war, den Künstlerinnen und Künstlern fixe Gagen, freie Kost und Logis und erst noch eine 90%ige Beteiligung an den Theatereinnahmen zu garantieren. Während den 14 Jahren im Theater/Café zum Teufel wurden 255 Veranstaltungen mit 850 Vorstellungen präsentiert. Davon waren 136 Schweizer- und 73 Basler Premièren. Dass die Gastspiele vorwiegend der Sparte Kabarett und Satire zuzuordnen waren, war bereits damals Absicht.


Der Ursprung der Namengebug

Der Name für unser Kultur- und Gasthaus hat einen sehr spielerischen Ursprung. Als wir mit unserem fahrbaren Theater auf Europatournée waren, hatten wir in unserem Programm eine Nummer in Form eines Puppentheaters für Erwachsene. Diese spielte im Himmel und zeigte Engelchen, die sich einen Spass daraus machten, von ihren Wolken aus die Teufel in der Hölle zu ärgern. Dabei waren die vermeintlich Guten die eigentlichen Bösen und umgekehrt. Am Ende dieser Nummer zog einer der Handpuppenteufel kichernd den Vorhang des Puppentheaters zu. Doch damit war die Nummer noch nicht zu Ende. Hinter dem Puppentheater kam einer der Spieler in der gleichen Aufmachung wie die Teufelpuppen hervor und schloss ebenso lachend den richtigen Bühnenvorhang. Damit war die gewohnte Optik von Gut und Böse wieder im Lot. Denn wenn Teufel eine «moralische» Geschichte erzählen, ist logischerweise die übliche Betrachtungsweise auf den Kopf gestellt. Mit dieser Fabel wollten wir zeigen, dass die Beurteilung von Gut und Böse immer auch ein Frage des Standpunktes ist.

Diese Geschichte veranlasste eine Besucherin, uns einen Talisman in Form eines Stoffteufelchens zu schenken. Als wir einen Namen für unser Nachfolgeprojekt suchten, fiel Monica Thommys Blick auf diesen Teufel-Talisman und schon war der Name für unser «Theater/Café zum Teufel» gefunden. Dabei faszinierte er uns gleich auf mehreren Ebenen. Erstens fanden wir ihn für ein Theater, welches Anregungen vermitteln will, sehr treffend. Mit unserer Programmgestaltung wollten und wollen wir ja nicht einlullen, sondern zum Mitdenken anregen. Für den gastronomischen Bereich fanden wir die Gedankenverbindung zu «in Teufels Küche» auch nicht schlecht.

Während unserer sechseinhalb Jahre dauernden Auseinandersetzung für die Bewilligung des heutigen Betriebs war der Name «Teufelhof» erst als Arbeitstitel gedacht. Als wir dann endlich die Bewilligung erhielten, war über unser Projekt soviel geredet und geschrieben worden, dass «Der Teufelhof» zu einem festen Begriff geworden war. Es wäre also unklug gewesen, diesen bereits verankerten Namen zu wechseln.