KunsthotelDas Kunsthotel verfügt über acht Zimmer und eine Suite, die alle als bewohnbare Kunstwerke eingerichtet sind. In regelmässigen Abständen werden die Zimmer neu gestaltet. Dabei sollen die Teufelhofgäste nicht nur die künstlerische Atmosphäre geniessen, sondern sich auch so individuell untergebracht fühlen wie bei «Freunden». Zimmer 1 – Albert Merz, BerlinIronisch zweideutig präsentiert sich Merz’ Arbeit. Über eine Zimmerecke erstreckt sich die Reproduktion einer aufgeschlagenen, mittelalterlichen Bibel. Diese ist mit lasierenden Farbflächen sowie einem Labyrinth aus Linien überzogen, welche sich auf die Wände ausweiten. Zusätzlich sind auf allen vier Wänden erotische Miniaturen angebracht. Auf Nachfrage meint Albert Merz, dass in jedem normalen Hotelzimmer eine Bibel aufliege. Dies stehe für ihn in einem ironischen Widerspruch zu dem, was ein Hotelzimmer sonst noch ausmache – nämlich ein Freiraum für aussergewöhnliche Begegnungen und Beziehungen.
Zimmer 2 – Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger, UsterDie Wände sind mit einem Tapetenmuster bekleidet, welches aus dem Werk «Fallender Garten» an der 50. Biennale in Venedig entstanden ist. In einer Ecke ist ein kleiner Zimmerbrunnen mit einer Ballerina mit Schwan installiert. Bei der Verdunstung der Brunnenflüssigkeit bilden sich farbige Kristalle, die im Laufe der Zeit den Brunnen, den Tisch und den Boden überwuchern. Steiner/Lenzlinger züchten künstliche Pflanzen und kristalline Gewächse, füllen Wände mit beschwingten Wandbildern und begegnen ihren Mitmenschen mit einem entwaffnenden Charme, der sich auch im Teufelhofzimmer widerspiegelt.
Zimmer 3 – Jürg Häusler, BaselEin hinterleuchtetes, teilweise transparentes Element aus bemalten und beschrifteten Holzteilen steht vor der abgerundeten Zimmerecke. Davor befindet sich eine weisse Eisenplastik mit dem Titel «Eva». Einen zweiten Akzent setzt eine mit Kreide beschriebene, von Kupferblech umrahmte Wandtafel. Verbunden werden diese plastischen Elemente durch unterschiedlich farbige Zeichnungen, welche mittels Schablonen direkt auf die Wand angebracht wurden. Diese Verbindung von materiellen und zeichnerischen Elementen ergibt eine raumbezogene Arbeit, die vom Reiz des Spannungsfeldes zwischen den gegensätzlichen Materialien lebt.
Zimmer 4 – Karin Vidensky, BaselBei Videnskys poetischer Arbeit nimmt man tagsüber lediglich ein luftiges Geflecht aus fein gesponnenen Fäden wahr. Daran befestigt sind transparente Elemente aus geschliffenem und geritztem Plexiglas, deren unterschiedliche Formen man kaum entschlüsseln kann. Erst bei Dunkelheit und auf Knopfdruck beginnt ein phantastisches Licht- und Schattenspiel. Je nach Standort der Lichtquellen ziehen Nachtfalter oder Fische durch ein Labyrinth von Ästen respektive Wurzeln, Algen oder Korallen. Man entdeckt Muscheln, Schnecken, Blüten und Blätter in filigran ziselierter Plastizität. Hier lässt sich mit offenen Augen träumen.
Zimmer 5 – Paul Louis Meier, LuzernAls erstes steht man einer zweiteiligen, teilweise verspiegelten Installation gegenüber. Darauf sind zwei lebensgrosse, sich spiegelbildlich gegenüberstehende Figuren angebracht. Dank dem verspiegelten Teil wird das Spiegelbild des Betrachters als Bestandteil direkt in die Arbeit einbezogen. Den zweiten Teil des Werks bildet eine kleine Bronzefigur, die gegenüber der grossen Spiegelarbeit an die Wand montiert ist und ebenfalls mit einem Spiegel versehen ist. Damit verleitet Paul Louis Meier zur Reflexion über Mensch und Raum – nicht nur über den Menschen in diesem Hotelzimmer, sondern in seinem ganzen Lebensraum.
Zimmer 6 – Anna Rudolf, AmsterdamAuf den ersten Blick wirkt dieses Zimmer künstlerisch äusserst karg gestaltet. Man erahnt die Eingriffe eher, als dass man sie intellektuell erfasst. Dank dieser Reduktion erschliesst sich eine faszinierende Situation, denn Anna Rudolf spricht primär das Gefühl an. Erst mit der Zeit entdeckt man Folienstreifen, die in unterschiedlichen Bögen und Breiten aus der Wand ragen und mit poetischen Textfragmenten versehen sind. Auch dass eine Wand in einem zarten Blau gestrichen ist, spürt man eher, als dass man es optisch wahrnimmt. Das Ansprechen der emotionalen Ebene macht die Stärke von Anna Rudolfs Arbeit aus.
Zimmer 7 – Corina Bezzola, BaselDieses Zimmer wird durch ihre hölzerne Dachkonstruktion geprägt. Corina Bezzola hat deren vorgegebene Winkel übernommen und mittels Klebebändern und Filzbahnen auf den Wänden weitergeführt, indem sie einzelne Balken teilweise mit Filzbahnen umwickelte und diese auf die Flächen der Wände weiter zog. Ergänzt werden diese Filzflächen durch Klebebänder, die dank der parallelen Anordnung ebenfalls Flächen bilden oder als selbstständige Linien neue Bezüge zur Dachkonstruktion ergeben. Zusätzlich hat sie im Treppenhaus sowie im Eingangsbereich zum Zimmer 7 Eingriffe vorgenommen, die auf ihre Arbeit im Kunstzimmer einstimmen.
Zimmer 8 – Dumeng Secchi, Ftan/BaselDas Zimmer wird von einer roten Plastikbahn durchzogen. Und zwar so, dass sie parallel zu den Wänden und Dachschrägen verläuft und danach quer durch das Zimmer den Raum via Fenster «verlässt». Mit diesem scheinbar einfachen Eingriff hat Dumeng Secchi eine technisch knifflige Arbeit realisiert. Denn jede Richtungsänderung dieser Bahn bedingt eine präzise «Weichenstellung» durch Metallstäbe, die von an den Wänden fixierten Schnüren gehalten werden.
Zimmer 9 – Lea Achermann, LuzernDiese Suite hat zwei Etagen. In die Dachschräge der oberen hat Lea Achermann eine zweiteilige Arbeit in Form von zwei anthropomorphen Blumen gemalt, die jeweils nur von einem bestimmten Standort aus zu sehen sind. Betritt man den Raum, erkennt man eine Lilie, die sich über die ganze Tiefe des Raumes mit all seinen verwinkelten Wänden und Deckenflächen erstreckt. Liegt man im Bett, erkennt man eine weitere Blume. Steht man jedoch irgendwo im Raum, sieht man lediglich ein Geflecht farbiger Linien, die kein konkretes Bild ergeben, aber durch ihren malerischen Duktus faszinieren.
Alle Zimmer im Kunsthotel sind Nichtraucher ZimmerDankeschönFür die Unterstützung bei der Realisation der Kunstzimmer danken wir: abiba consulting ag, Basel / Bebis GmbH, Maleratelier, Basel / Arni Siebdruck, Allschwil / Brauerei Fischerstube – Uelibier, Basel / Buchbinderei Henssler, Basel / Bundesamt für Kultur, Bern / COMIT AG, Zürich / Dettli und Sahli Schreinerei, Basel / Dittlidesign – Felice Dittli, Basel/Luzern / Domizil AG, Basel / Heidiland Mineralwasser AG, Mels / Kälte AG, Basel / Kolanda AG, Allschwil / Regent AG, Basel / Schweizer Söhne AG, Basel / Winterthur Versicherungen, Basel / Wohnbedarf AG, Basel sowie Franz Mäder vonder GALERIE MÄDER für die Kontakte zu den Künstlerinnen, Künstlern und Sponsoren sowie für die Koordination |