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Das Galeriehotel im Teufelhof

Die Ausgangssituation
Als die Nachbarliegenschaft des Teufelhofs durch den Auszug der Staatsanwaltschaft frei wurde, ergriffen die damaligen Besitzer Monica und Dominique Thommy-Kneschaurek die Gelegenheit und bewarben sich bei der Stadt um das Gebäude. Bei der geplanten Erweiterung wollten sie jedoch nicht einfach die Idee des Kunsthotels weiterführen, sondern dem TEUFELHOF eine weitere Facette hinzufügen. Dabei entstand das Konzept für das Galeriehotel. Die Basler Regierung und der Grosse Rat stimmten ihrem Vorhaben zu und überliessen ihnen die Liegenschaft für 99 Jahre im Baurecht. Nach nur neunmonatiger Umbauzeit wurde im Herbst 1996 das Galeriehotel eröffnet.

Die Idee des Galeriehotels
Wie der Name «Galeriehotel» andeutet, wurde im Erweiterungsbau ein neues Konzept verwirklicht. Im Galeriehotel ist nicht mehr jedes Zimmer von einer anderen Künstlerin oder einem anderen Künstler als bewohnbares Kunstwerk gestaltet. Vielmehr dient der ganze Gebäudekomplex mit all seinen Räumen und Korridoren jeweils einer Künstlerpersönlichkeit als Ausstellungsraum. Dank der Ausstellungsfläche über drei Etagen ist es so möglich, umfassende Werkschauen oder spannende Gegenüberstellungen zu präsentieren.

Nachdem die Künstler Hubertus Gojowczyk, Liciano Castelli, Joos Hutter und Flavio Paolucci während je einem Jahr das ganze Galeriehotel als Ausstellungsort nutzten, stand bei der nächsten Runde jedes der drei Stockwerke einer anderen Künstlerin – respektive einem Künstlerpaar zur Verfügung. Im ersten Stock zeigte Kira Weber ihre überdimensionalen Blumen-, Früchte- und Gemüsebilder, im zweiten Stock präsentierten Simone Berger und ihr Lebens- und Künstlerpartner Carlos Varela ihre Serigraphien zum Thema Menschen in der Grossstadt, und im dritten Stock stellte Rosa Lachenmeier ihre übermalten Fotoarbeiten aus. Danach folgte wieder eine Einzelausstellung mit Arbeiten des leider verstorbenen Basler Künstlers Werner Buser. Es folgten erneut drei Einzelausstellungen, welche das Archaische, Verwurzelte sowie die Auseinandersetzung mit den Themen Natur und Umwelt verband. Gezeigt wurden Arbeiten von Albert Merz, Stephanie Grob sowie Christine Colin. Zum Thema «Schichtungen» zeigten darauf Peter Gospodinov, Veronika Raich und Sylvie Aubri ihre Arbeiten. Die letzte Ausstellung stand unter dem Titel «Kinder und Kreativität» und zeigte, wie universell – alle kulturellen Grenzen überschreitend – dieselben Gestaltungsformen sind. Die gleichen Bildelemente finden sich bei den so genannten «Urvölkern» ebenso wie in den Kinderzeichnungen unserer hoch technisierten Gesellschaft. Man könnte meinen, derselbe archetypische Erfahrungsschatz bilde die Wurzeln für alle bildnerische Kreativität.