26. August 2011 - Genervte Verkehrsteilnehmerin
Ich mag mein Velo und ich mag es, in Basel Velo zu fahren. Trotzdem erlebe ich ab und an einiges, was mir echt zu denken gibt. Zum Beispiel bin ich vor einiger Zeit in einer Einbahnstrasse auf dem Veloweg gefahren, auf dem Trottoir war ein Auto parkiert. Ohne zu blinken fuhr die Dame einfach los. Als sie mich dann fast umgefahren hatte, schrie die ältere Dame mich an: „Sie gsehn doch, dass i will losfahre!“ Noch heute, wenn ich daran denke, könnte ich … grrrr … nerv.
Apropos „nerv“: Stadtmenschen werden in fünf Kategorien eingeteilt: Autofahrer, ÖV-ler, Velofahrer, Roller- und Motorradfahrer und Fussgänger. Manchmal kommt es selbstverständlich vor, dass Städter sich in zwei Kategorien befinden. Kategorie Nummer 1 sind „die lieben Autofahrer“: Das sind faule Menschen, die nichts für die Umwelt tun wollen (oder soweit weg auf dem Land leben, dass kein Postauto hinfährt). Kategorie Nummer 2 sind „die lieben ÖV-ler“, die ihren Führerschein haben abgeben müssen oder zu faul sind, um Velo zu fahren oder es geniessen, chauffiert zu werden. Bei den Velofahrern gibt es die Ehrgeizigen, die alles und überall überholen (im Maillot Jaune und in Radler-Hosen) und die Gemütlichen, die keine Ahnung von Verkehrsregeln haben, weil sie niemals gelernt haben, Auto zu fahren. Roller- und Motorradfahrer sind zu faul, sich einen Parkplatz zu suchen oder zu cool, um Velo zu fahren. Die Fussgänger! Die Fussgänger haben erst recht keine Ahnung von Verkehrsregeln. Die Schlimmsten sind die mit Hunden oder Babywagen. Die, die einfach bei Rot (Baby voraus natürlich) über die Strasse gehen oder irgendwo (weit und breit kein Zebrastreifen!) vor die Nase eines Velofahrers laufen. Vollbremse ... nerv.
Ja, ich bin genervt, genervt von ignoranten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Eigentlich ist es doch egal, ob man mit dem Roller, Trottinett, Traktor, Einrad, LKW, Motorrad, zu Fuss, mit dem Velo, Tandem, Auto, ja sogar dem Geländewagen unterwegs ist: Es sollte doch möglich sein, aufeinander Rücksicht zu nehmen und miteinander zu „verkehren“. Bitte. Oder nicht?
An-Zoe von Ranz
