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Vier Themen - Vier Gedanken im Januar 2013



Raphael Wyniger, 09. Februar 2013

Im Januar 2013 wurden folgende vier Kolumnen im Gastrojournal (Offizielle Wochenzeitung für Restauration, Hotellerie und Tourismus von GastroSuisse) publiziert.

10.01.2013 – Positiv Denken
Ich finde: Unsere Branche spricht zu viel über das Negative. Ja, auch ich weiss: Der Tourismus ist in der Krise, der Euro ist tief, die Kosten hoch, der Schnee grün, die Grenze nah, der LGAV drückt.  Aber leider sprechen wir nur noch darüber. Ich für mich mag das ewige Lamentieren über die Krise nicht mehr hören. Denn ich glaube: Wenn alle immer von etwas reden, dann trifft es auch ein. Wenn man sich darauf konzentriert, dass die Krise weiter geht, dann geht sie auch weiter.  Wer an das Negative glaubt, erlebt Negatives. Wenn ich  an Blau denke, dann sehe ich blau. So einfach ist das. Und so einfach ist es eben auch umgekehrt: Denn: Wenn ich Zuversicht versprühe, dann wird es gut. Wenn ich an ein gutes Jahr glaube, dann trifft dies auch ein. Deshalb: Lasst uns alle positiv an die Zukunft denken, denn ich bin überzeugt: Die Kraft des positiven Gedanken kann verändern und tut der Branche tut.

17.01.2013 – Rund ums Hotel
Booking.com, hrs.de, Global Distributionssystem (GDS), Channel Manager, RFP, Venere, Last Room Availibilty, Distribution Map, Rate Parity, Property Management System (PMS), flexible Raten, etc. Dies ist nur eine kleine Auswahl aus Alltagsbegriffen aus der Welt der Hotellerie. Hotelprospekt und Preisliste war gestern. Heute spricht man in obenerwähnten Kategorien und Begriffen, um Gäste im Haus zu haben. Die Welt hat sich verändert, die Technologie hat die Branche revolutioniert. Dieser Fakt stellt grosse Herausforderungen an uns alle. Dabei geht es nicht um die Kommissionen. Es geht um den Überblick. Es ist ein Begriffschaos, technologisch sehr anspruchsvoll, natürlich mit Investitionen verbunden und man kann ganz viel falsch, oder eben auch richtig machen. Durch eine komplette Umstellung unserer Distribution haben wir im Hotel ein substantielles Wachstum erzielt. Informieren Sie sich! Es lohnt sich, auch – oder vor allem – für kleine Betriebe

24.01.2013 – Höchst umstritten
Das Basler Gesundheitsdepartement fordert ein aktives Öffentlichkeitsprinzip bei Lebensmittelkontrollen, die Betriebe sollen Ihre Resultate veröffentlichen. Ein höchst umstrittenes Unterfangen, welches viele verärgert. Nun, viele Branchen kennen das Öffentlichkeitsprinzip – in anderer Form natürlich - bereits. Man denke da beispielsweise an die Banken mit Ihrem Rating. Und so kann ich heute als Kunde entscheiden, ob ich mein Geld bei einer guten Bank mit einem durchzogenen Rating oder bei einer schlechten Bank mit gutem Rating anlegen möchte.  Die Entscheidungsfreiheit der Konsumenten bleibt, ein Rating alleine entscheidet noch nichts. Gewisse Standards müssen eingehalten werden, daran führt kein Weg vorbei. Und so stehe ich dem unterfangen offen gegenüber. Mit der Sorge, dass die prüfende Instanz seiner Verantwortung bewusst ist, und professionell prüft und Betriebe mit sehr hohen Convenience Anteil nicht bevorteilt werden

31.01.2013 – Danke
Verändern kann nur, wer den Anfang macht. Und da finde ich, hat unsere Branche einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Die MWST Steuer Initiative von Gastro Suisse ist ein vielzitiertes, aber richtiges Beispiel. Andere gibt es, viele werden folgen. Dies vor allem deshalb, weil es aktive Unternehmer gibt, die sich mit aller Kraft für Themen einsetzten, die uns allen wichtig sind. Diesen Wirten, auch wenn ich nicht immer gleicher Meinung wie sie bin, gilt es aus meiner Sicht, und aus Sicht der ganzen Branche, «Danke» zu sagen. Denn sie stellen die eigenen Interessen hinten an, engagieren sich exponiert für Themen mit einer Kraft, die Feinde schafft.  Und bei einem aktiven Wirt vielleicht sogar Gäste kostet. Deshalb gilt es diese Arbeit auch Wertzuschätzen. Also «Danke» ihr  Ernst Bachmanns, Joseph Schüpfers, Barbara Schneiders etc. dieser Welt. Ihr prägt die Branche. Das tut uns gut.