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Ich habe einen Traum – eine geniessbare Pizza!



Raphael Wyniger, 15. Juni 2010

Eigentlich sollte es doch nicht so schwer sein. Ich meine: Mann oder Frau nimmt einen Holzofen, rührt Mehl, Olivenöl, Salz, Hefe und Wasser zusammen und formt damit einen schönen Teig. Diesen lässt man ruhen. Idealerweise hat man die Tomatensauce bereits Stunden vorher aufgesetzt und schmeckt sie nun ab. Schliesslich wallt man den Teig aus, gibt die Tomatensauce darüber, belegt die Pizza mit Mozzarella und streut Parmesan darüber. Etwas Oregano und frischen Basilikum dazu, in den Ofen und: fertig.

Warum jedoch dies in den Pizzerias in Basel offenbar nicht möglich ist, ist mir ein Rätsel. Was ich hier vorgesetzt bekomme, ist teilweise ein mittlerer Skandal. Letzthin beispielsweise, verspürte ich ein starkes Bedürfnis nach einer feinen Pizza. In einer an dieser Stelle nicht genannten, jedoch sehr bekannten Pizzeria im Ort, wo ich aufgewachsen bin, habe ich mich also hingesetzt. In freudiger Erwartung bestellte ich eine Pizza Margaritha, dazu ein Bier. Ich finde, beides passt gut zusammen, ja kann gar fürstlich sein. Für mich müssen es nicht noch Pommes Frites sein, wie es neuerdings in Italien gang und gäbe ist.

Nun, ich bin abgeschweift. Zurück zu dieser Pizza. Nach rund 15 Minuten kam der übrigens überaus unfreundliche Kellner mit der Pizza an meinen Tisch und knallte mir diese hin. Visuell vielleicht ansprechend, aber schon der erste Biss reisst mich aus meinen zuvor geschürten Träumen und lässt mich auf den eiskalten Boden der Realität knallen. Pappiger Teig, enorm wenig Tomatensauce und diese einfach nur langweilig und nicht gewürzt, ein billiger Mozzarella und das Ganze in ein miserables Olivenöl getunkt.

WARUM, schreit es in mir, kann man hier keine Pizzen essen? Das sind ja beinahe Verhältnisse wie in Griechenland und Frankreich, wo es mir noch nie gelungen ist, eine auch nur im Ansatz essbare Pizza zu finden. Und auch in Basel ist es nun bald soweit. Mir reichts!

Selber herstellen oder es lassen, das habe ich mir geschworen. Ich bin es satt, enttäuscht zu werden und dafür noch hunderte Kalorien in mich hineinzustopfen, welche ich auch noch teuer bezahle (denn die marktüblichen 15 – 20 Franken sind für die eingesetzten Waren ein Hohn! Dieses billige Zeug kostet den Wirt rund 2 Franken – die Marge ist also schnell ausgerechnet).

Also selber kochen – oder eine Pizzeria eröffnen. Halt, das ist gar nicht so eine schlechte Idee. Nur würde die Pizza wohl 25 Franken kosten – sie wäre aber, das verspreche ich – hochwertig. Top Produkte und vor allem geniessbar! Ich beginne zu studieren ... :-) bin aber auch für Tipps empfänglich ... und träume weiter. Von einer guten Pizza, genossen in einem Restaurant ...

Raphael Wyniger