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Meine neue Sommerleidenschaft: Wein und Schokolade



Raphael Wyniger, 05. Juli 2010

Es ist heiss. Und das ist gut so. Auch wenn ich immer wieder höre: „Es ist zu heiss.“ Noch vor ein paar Tagen hiess es: „Wann ist der Sommer da?“ Und jetzt heisst es: „Es ist zu heiss.“ Hans im Glück! Was er will, das hat er nicht und was er hat, das will er nicht. So sind wir wohl. Es ist heiss, und das ist gut so! Und noch viel besser: Es ist Sommer! In Basel also eher eine ruhige Zeit. Und somit Zeit genug, etwas Neues auszuprobieren.

Sie wissen ja: Ich bin ein leidenschaftlicher Weingeniesser. Ich liebe dieses Getränk und es macht mir grosse Freude. Und dieses Jahr habe ich die Schokolade dazu entdeckt. Nun, ich bin vielleicht etwas spät. Die Franzosen und Italiener haben dies bereits früher ergründet. Jedoch vor allem in Kombinati-on mit Süss- und allenfalls Rotwein. Doch letzthin habe ich meine Liebe zu Schokolade und Weisswein entdeckt.

Vielleicht denken Sie: Schokolade im Sommer, der spinnt ja! Ich kontere: ideal! Sie kennen das, Sie sitzen nach einem heissen Tag draussen und haben soeben ein schönes Grillfest erlebt. Es ist nach wie vor warm, doch langsam wird die Temperatur angenehm. Sie haben nach dem Essen Lust auf etwas Süsses, sind aber zu faul, um noch ein Dessert zuzubereiten. Und genau für diesen Moment schlage ich Wein und Schokolade vor.

Auch weil die beiden, in nenne sie jetzt einmal Produkte, so viele Gemeinsamkeiten haben. Die Sor-tenvielfalt, der Geschmack, der Boden, die Gärung, die Verarbeitung, die geographische Lage, die Mystik und die Geruchsvielfalt sind nur einige Attribute, welche die beiden Produkte so faszinierend machen. Der Geschmack der Schokolade kann also aufgrund der Lage, der Art des Bodens, wo die Kakao Pflanze angebaut wurde, sowie der Verarbeitung ganz anders schmecken. Wie der Wein. Und Schokolade macht glücklich: Genau wie der Barrique-Rotwein enthält die Schokolade das Glückshor-mon Serotonin.
Also: Nach dem Essen eine feine Flasche Weisswein, schön gekühlt, kombiniert mit einer feinen Schokolade aus einem Fachgeschäft – in keinem Fall Billigschokolade aus dem Supermarkt – und ich verspreche Ihnen, Sie werden für einen kurzen Augenblick wirklich glücklich sein. Und müssen nachher auch nicht mühsam abwaschen. Kein Dessertgeschirr!

Sie möchten ein paar Tipps? Gerne!

Probieren Sie zum Beispiel die Grand Cru Criollo au rosmarin et thyme de citron von Beschle Choco-latier (erhältlich bei Beschle in Basel) zusammen mit einem Petite Arvine de Chamoson vom Cave du Vidomne (erhältlich im Teufelhof). Ein Traum! Oder vielleicht eine Himbeer- und Kokos-Schokolade von Zotter aus Österreich (erhältlich bei Choco Loco am Spalenberg) mit einem sehr trocken Weisswein. Sinnlich! Oder Noir au poivre rosé, Dolfin aus Belgien (erhältlich bei Choco Loco) mit einem Glas Prosecco. Toll, und auch als Apéro spannend.

Genug geträumt. Probieren Sie es aus. Und kontaktieren Sie mich, wenn Sie weitere Kombinationen erhalten möchten. Oder kombinieren Sie einfach selbst. Es macht Spass. Das wünscht

Eine kleine Anleitung zum Probieren von Schokolade und Wein:

Schritt 1: Nur gute Schokoladen verwenden, keine Billigschokolade.

Schritt 2: Auch der Wein sollte eine Mindestqualität haben. Ich meine: das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

Schritt 3: Zuerst den Wein probieren. Auge, Nase, Mund und Abgang. Geben Sie dem Wein seine verdiente Zeit! Nicht hinunterstürzen wie Wasser.

Schritt 4: Dann die Schokolade: gleicher Ablauf.

Schritt 5: Nochmals ein Stück Schokolade nehmen, auf die Zunge legen und leicht schmelzen lassen.

Schritt 6: Einen guten Schluck Wein nehmen und beides für einen Augenblick im Mund lassen.

Schritt 7: Geniessen

Klar, nicht jeder Wein passt zu Schokolade. Grundsätzlich gilt: Eine gelungene Harmonie ist, wenn Sie ein wahres Geschmackserlebnis und eine Harmonie erleben. Oder es Ihnen ganz einfach schmeckt.