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Die jetzige Weinkarte



Die jetzige Weinkarte ist dem Burgund gewidmet

Von unserer schönen Stadt aus muss man nicht allzu weit reisen, um tollen Wein zu finden. Nur drei Stunden von Basel entfernt liegt das Herz unserer nächsten Weinregion, das Burgund. Es ist eine meiner Lieblingsregionen, auch wenn viele „Experten“ sagen, dass die Region seine besten Zeiten hinter sich habe, „out“ sei, um einen neudeutschen Begriff zu wählen. Nun, ich denke nicht so, und deshalb bieten wir zum Frühling ein schönes und vor allem auch bezahlbares Burgund Angebot an.

Das Burgund gehört zu den nördlichen Weinregionen von Europa. Die klimatischen Bedingungen für den Weinbau liegen hier teilweise hart an der Grenze. Und dennoch bringt man zum Teil Kreszenzen von höchster Qualität hervor. Das Geheimnis besteht darin, dass es den Burgundern in jahrhundertelanger, mühevoller Kleinarbeit gelungen ist, die Rebsorten zu selektionieren, die sich am besten für das hier herrschende Klima und die Böden eignen.

Seit mehr als tausend Jahren beschränkt sich das Burgund denn auch auf die Kultivierung einiger weniger Traubensorten, die vermutlich einst wild wachsend in der Region vorkamen. Es sind dies in erster Linie Pinot Noir (Blau- oder Spätburgunder) für die Rotweine und Chardonnay für die Weissweine, ergänzt durch die rote Gamay-Traube und die weisse Sorte Aligoté.

Im Gegensatz zu den meisten anderen grossen französischen Weinen wird ein grosser Burgunder immer aus einer einzigen Sorte gekeltert. Diese Besonderheit ist Stärke und Schwäche zugleich. Die Stärke liegt darin, dass sich die Eigenheit eines Terroirs in einer einzigen, dem Boden optimal angepassten Rebsorte weit besser ausdrücken kann. Als Schwäche mag gelten, dass keine komplementären Rebsorten verwendet werden können, um den Einfluss eines klimatisch schwierigen Jahres zu korrigieren.

Zudem macht man es den Konsumenten schwierig: Anders als im Bordeaux werden die Tropfen nicht nach den Weinproduzenten benannt, sondern nach den Lagen und den Gemeinden, aus denen das Traubengut stammt. Und: es gilt die Nennung einer einzelnen Grand-Cru-Lage, gefolgt von unterschiedlichen Kombinationen aus Lage und Gemeinde. Komplizierter kann es kaum werden, eine Wissenschaft für sich. Der Weinjournalist Jan Gruber hat im Tagesanzeiger im Dezember 2010 folgendes Beispiel meiner Meinung nach sehr treffend aufgeführt:
«Ein Grand-Cru-Wein trägt beispielsweise nur den Namen des Rebhangs auf dem Etikett, zum Beispiel „Le Corton“. Der Gemeindename fehlt. Ein Premier Cru hingegen trägt den Namen der Gemeinde plus den Namen der Lage, beispielsweise „Chambolle-Musigny, Les Charmes“, oder, sofern das Traubengut aus mehreren Lagen stammt, den Namen der Gemeinde und einfach die Bezeichnung „Premier Cru“. Wobei manche Premiers Crus besser sind als zweitrangige Grands Crus. Bei der dritten Stufe darf die Gemeindeappellation draufstehen und die Lage, aber letztere muss in kleineren Buchstaben auf dem Etikett stehen als der Gemeindename. Und auf der niedersten Stufe steht auf dem Etikett einfach Bourgogne – sofern der Wein ausschliesslich aus Pinot Noir für Rote oder Chardonnay für Weisse gekeltert ist».
Da dieses System nicht geändert wird, kann man es nur auswendig lernen.
Und wir haben uns mit dem Burgund auseinandergesetzt, sind hingefahren und haben probiert. Dabei haben wir eine schöne Auswahl auffinden können, die, entgegen dem Image des Burgunds, noch bezahlbar sind. Denn: Es gibt sie noch, die feinen Trouvaillen, die immer noch finanzierbar sind. Man muss sie halt einfach suchen. Also tauchen Sie mit uns ein in die Weinbaugebiete mit den klingenden und bekannten Namen wie Chablis, Grand Auxerrois, Tonnerre, Joigny und Vézelay; in die Weinbaugebiete Côte de Nuits, Hautes Côtes de Nuits und Châtillonnais; in die Weinbaugebiete Côte de Beaune und Hautes Côtes de Beaune; in die Weinbaugebiete Côte Chalonnaise und Couchois und schliesslich in das Weinbaugebiet Mâconnais. Diese verführerische Vielfalt der verschiedenen schönen Regionen lässt Überraschungen erwarten!

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns über diese philosophieren kommen! Bis bald im Teufelhof.