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Vive le Pastis!



Diesen Monat in der Teufelhof Bar!


Pastis: Irgendwie weckt dieses Getränk die Sehnsucht, die Sehnsucht nach Südfrankreich, die Sehnsucht nach der Provence. Ich bin ein passionierter Pastis Liebhaber, darum nehme ich dieses Getränke auch gerne in einer erweiterten Form in der Karte auf.

Bevor ich nun erkläre warum ich dieses Getränk so mag, zuerst die Information was Pastis überhaupt ist. Eine Lebensanschauung vielleicht, aber vor allem ist es eine Spirituose aus Anis. Pastis heisst aus dem provenzalischen übersetzt Mischung.

Grundzutat ist Anis, weitere Zutaten sind Zucker, Fenchelsamen und Süssholzwurzeln. Die Geschichte des Pastis ist eng mit derjenigen der «grünen Fee» also Absinth verknüpft. Lange Zeit war der Kampf gegen den Absinth auch ein Kampf gegen die Anisgetränke. So wurden Anfang dieses Jahrhunderts neben dem Absinth ebenfalls die sogenannten Nachahmungen verboten, nämlich alle aromatisierten alkoholhaltigen Getränke, welche die äusseren Eigenschaften des Absinth - Geruch, Geschmack und Trübung bei Beigabe von Wasser - aufwiesen und zudem eine bestimmte Menge ätherischer Öle enthielten. Davon direkt betroffen war die traditionsreiche Firma Pernod im jurassischen Couvet, damals der grösste Absinth- und Anislikörproduzent der Schweiz. Pernod verlegte im Anschluss an das Volksverdikt den Firmensitz demonstrativ über die Grenze nach Pontarlier. Nur fünf Jahre später ereilte Absinth und Anisliköre auch in Frankreich ein - wenn auch weniger restriktives - Verbot. Und so wurde das Rezept verändert, es entstand der Pastis – um 1915. 1932 entwickelte Paul Ricard einen neuen Typus mit Süssholz, auf wessen Basis heute alle modernen Pastis basieren. In der Folge wurde der Pastis wieder verboten und anschliessend 1951 wieder zugelassen. Glücklicherweise, kann man sagen. Neben den bekannten Pernod und Ricards dieser Welt gibt es in Südfrankreich zahlreiche kleinere Pastisproduzenten. Und dieses habe ich in Avignon aufgespürt und in den Teufelhof gebracht. Zu probieren gibt es diese in der Bar und zu kaufen im Wein und Spezialitäten-Laden falstaff. Sie werden überrascht sein, wie unterschiedlich diese Pastis schmecken, wie sehr sie sich von den Massenprodukten unterscheiden.

Schön ist, dass ich diesen Sommer im Teufelhof dieses Angebot anbieten darf.
Raphael Wyniger